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Line-Eid-Straße 11, Konstanz, Germany
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www.esPRESSo-Blog.eu ist die Veranstaltungsplattform und der Blog des Autors, Journalisten und Verlegers Jürgen Weber. www.esPRESSo-Blog.eu ist die Veranstaltungsplattform und der Blog des Autors, Journalisten und Verlegers Jürgen Weber. Hier werden nicht nur Veranstaltungen und Artikel des Autors veröffentlicht, sondern auch Beiträge zu aktuellen kulturellen und politischen Ereignissen oder Berichte seiner Autorenreisen. Bei Blog und Kultur hält esPRESSo an seinem Leitsatz fest: „Mal laut – mal leise. Mal Poesie - mal Revolte“. esPRESSo hat seinen Sitz am Konstanzer Seerhein. Eine Initiative von esPRESSo ist das Kunst- und Literaturprojekt „Palette“ in dem an außergewöhnlichen Spielorten Kunst und Literatur auf dem Platz einer Europalette dargeboten werden oder Baden&Poesie mit außergewöhnlichen Lesungen im www.wassertal.at .
Zum kulturellen Angebot von esPRESSo gehörten Lesungen, Konzerte, Vorträge, Diskussionen sowie Filmwerkschauen und Filmvorführungen. Unterstützt wird das Projekt von der Bildungsmarke didactmedia® und der Verlagsedition Querwege®.

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Internationale Demo: Flüchtlinge willkommen! Nein zur Festung Europa!

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Kirche und Flüchtlingskrise: Kardinal Marx: "Leute, so geht es nicht!" - heute-Nachrichten

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Gemeinderat Konstanz: Unterstützung für die geplante Flüchtlingsunterkunft an der Tennisanlage...

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Polizei in Paris: Räumung eines Roma-Lagers

European Roma Rights Centre (ERRC) protestiert gegen Zwangsräumung von 350 bis 400 Roma im Norden von Paris. Nur einem geringen Teil der Menschen sei eine Notunterkunft angeboten worden. Viele Kinder und Familien würden an Krankheiten leiden und seien nun mitten im Winter obdachlos, so der ERRC. Die Menschen wurden ungeachtet von Protesten zu Beginn letzter Woche (5.2.2016) geräumt. Die französischen Behörden verstoßen somit gegen Erklärungen der Regierung solche Umsiedlungen sozial zu begleiten. Dies mahnte auch der Menschenrechtsrat der EU an. Der ERRC protestiert gegen die systematische Vertreibung von Roma in Frankreich und fordert Integrationskonzepte und Gespräche mit nationalen und internationalen Roma-Verbänden. (c) esPRESSo-Blog.eu https://www.youtube.com/watch?v=Z-4gSozecOM

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Eine bemerkenswerte Rede will ich Euch hier zugänglich machen: „Die Erinnerung braucht uns, und die Zukunft auch!“ (Rede von Manuel Werner bei der Übergabe des „Ei der Heckschnärre“) „Wir vergessen Euch nie!“, hat Robert Reinhardt soeben auf Romanes gesungen, natürlich um einiges besser als ich gerade, vielen Dank, Robert, für das Texten und für das Singen des soeben erklungenen, eindrucksvollen Liedes „Miro Si rowela!“ Er ist mit seiner Frau Mirna und seinem Bruder Peter heute da. Das ist das erste Mal, dass ein Lied auf Romanes und Deutsch im Rathaus zu hören ist, was ich als ein gutes Zeichen werte genauso wie die Gemeinschaftsaktion zur Realisierung dieses Liedes, und die jahrelange Gemeinschaftsaktion zur Realisierung des Denk Orts an der Kreuzkirche. Dieser Denk Ort ist übrigens nicht mein Verdienst, er ist einzig und allein der Verdienst der Gedenkinitiative. Zu Beginn auch möchte ich die Alterserfahrenen ehren, die ganz vorne sitzen, meine Eltern hier, und Rachel Dror und Peter Reinhardt dort, zu ihnen allen sage ich nachher noch etwas, und hier M. E. Ihr Vater wurde von den Nürtinger Nazis als Jude gemeldet, und vom KZ Buchenwald aus wurde er in einer der „Euthanasie“-Mordanstalten vergast und verbrannt. M. E. selbst hat ein Martyrium am Vorgänger des Max-Planck-Gymnasiums hinter sich, weil sie dort als so genannte „Halbjüdin“ fertiggemacht wurde – ein irres Wort. Ihr als Jude gebrandmarkter und verbrannter Vater war evangelisch. Dort vorne wiederum sitzt Hans-Werner Speidel. Was viele nicht wissen, er ist der Sohn von General Hans Speidel, dem Mitwisser und Unterstützer des Attentats auf Hitler durch von Stauffenberg. Ich freue mich auch über die vielen Menschen im Publikum, die hinter diesen Alterserfahrenen sitzen. Manche sind von weit gekommen. Aus dem Norden bis von Hamburg Lore und Bolko, aus dem Süden bis vom Bodensee meine Tochter E. und Jürgen Weber, der Vorstandsmitglied des Flüchtlingsrates in Baden-Württemberg ist. Nun zur Heckschnärre. Über sie schreibt Otto Fehringer im Jahr 1931: „Dieser versteckt lebende Vogel macht sich durch seine eigentümliche Stimme bald bemerkbar, die er auch nachts fleißig hören läßt. … Ein dumpf knurrender Ton leitet dieses Schnarren ein.“ Zitat Ende. Also habe ich mich aus meinem Versteck erhoben, weil ich von der Eierkommission ins Rampenlicht auserkoren wurde, und es ertönt nun – selber Schuld - meine eigentümliche Stimme, das vorherige Knurren erspare ich Ihnen. Nicht aber, dass ich zwar fasnetsmäßig humorig zu Schnarren anfange, dann aber von den Schnurren zu einem dem Grund der Auszeichnung angemessenen Aschermittwochs-Ernst übergehe, zumal wir uns hier ja traditionell im überpietistisch geprägten Nichtfasnetsrevier befinden, wo die Gefahr besteht, dass immer Aschermittwoch ist, was auch nicht recht wäre. Uns Heutige köstlich amüsierend erklärt Fritz Bolle im Jahr 1946 den alternativen Namen Wachtelkönig für diesen für Nürtingen bedeutsamen Vogel. Er schreibt: „Der Wiesenschnarrer (ist) im Volksmund der ‚König der Wachteln‘, die ihn zum Heerführer auf der Reise nach Süden wählen sollen, weil sie wüßten, das der erste der das Reiseziel erreiche, von einem Raubvogel geschlagen werde; so sorgten die klugen Wachteln dafür, daß dieses traurige Los keinen der ihrigen treffe, sondern den auf seine Führerrolle eitlen Wachtelkönig." Soweit also Bolle. „Den auf seine Führerrolle eitlen Wachtelkönig…“ Autsch! Nun, ich hoffe, dass die Eierkommission nicht der Ansicht war, mit der Eitelkeit und der Führerrolle gäbe es Parallelen. Möglicherweise dachte sie allerdings an kluge Wachteln, die das traurige Los, in der Frontlinie zu stehen oder ins Wespennest zu stechen und dann die Angriffe zwangsläufig abzubekommen , gerne einem anderen zukommen lassen, der dann als Gegenteil von Klugheit gilt, gar bald da vorne gänzlich allein stünde und möglicherweise das Schicksal des Urija teilen könnte. Beides wäre nicht sonderlich schmeichelhaft, weder für die klugen Wachteln, noch für den dann als weniger klug geltenden Wachtelkönig, also ist es sicherlich nicht so gemeint, fühle ich mich doch dort heimisch, wo Basisdemokratie, Teamgeist und Augenhöhe herrscht. Diese Heimat wird dann wiederum in ihrer Harmonie gefährdet, kann aus dem Lot geraten, wenn einer herausgepickt und ausgezeichnet wird. Ach, wir Armen!, überall lauern Fallstricke und Gefahren, sogar in den eigenen Nestern. Hochaufgerichtet, so heißt es, verteidige die Heckschnärre ihr Revier. Leider sind die Heckschnärren in Nürtingen ausgerottet. Frau Erler hat vorhin das passende Bild verwendet: Sie wurden „ausgetrocknet“. So kann man nach diesem Cut wohl nur Imitate auszeichnen, die ab und zu Heckschnärrenähnlich handeln. In meinem Falle heißt es in den Reihen der Eierkommission, dieses mein Revier sei die Erinnerung an Totgeschwiegene, mundtot Gemachte und Totgemachte, gepaart mit einem Einsatz für Ausgegrenzte, der einer Einsicht entsprang, dass die Erinnerung an all das sich auf das Denken und Handeln auswirken soll. Gerne möchte ich daran erinnern, dass es auch und sogar hier in Nürtingen Menschen gab, die schon früh – Zitat Härtling - „gegen das Vergessen anrannten“, richtige Heckschnärren wie Werner Groß, dem leider Auszeichnungen versagt blieben. Er hätte sie verdient. Die NS-Zeit verbrachte er durchweg in KZs, durchweg blieb er dort seiner kommunistischen Überzeugung treu, und als er ab 1945 publizistisch die Geschehnisse aufzeigen wollte, hieß es bald, das ist doch schon so lange her, KZ-Erlebnisse seien nicht mehr gefragt. Ich rede da von den 40er-Jahren! Auch die eigene Partei ließ ihn fallen, da er sich kritisch zu den stalinistischen Geschehnissen äußerte – eine wahre Heckschnärre! Heckschnärren fallen nicht vom Himmel. Sie haben Ziehmütter und Ziehväter. Ohne meinen Vater könnten Sie mir das Ei der Heckschnärre für diesen Einsatz nicht überreichen, es gäbe ihn nicht. Nur weil ich mir ein Beispiel nahm und in seinen ausgeprägten Fußspuren stapfte, schließlich Pfade andernorts erschloss und mitunter sogar spurte, gepaart mit Früchten einer Erziehung zu eigenem Denken und zu Hinterfragen, zusammen mit mündlicher Familienerzähltradition ohne blinde Flecken haben Sie etwas, was Sie heute auszeichnen konnten. Untrennbar verbunden ist dies mit meiner Mutter. Ohne sie hätten Sie mich nicht. Und meine Schwester nicht. Im Alter von zehn Jahren sorgte mein Mutter tatkräftig dafür, dass ihre Mutter, ihr Vater, ihre Schwester und sie nicht erschossen wurden, indem sie sich erniedrigte und doch erhöhte – hätte sie dies nicht getan, gäbe es mich und andere nicht. Angesichts einer solchen Leistung, eines solchen Einsatzes verblassen viele ausgezeichnete Heckschnärren! Das Wissen darum, dass meine Mutter als Zehnjährige mit Schwester und Mutter und Vater – meinen Großeltern - an der Wand stand, um erschossen zu werden, das hautnahe Erschrecken darüber, dass Menschen zu allem fähig sind, verleiht eingepflanztes gesundes Misstrauen gegenüber Menschen. Bitte fragen Sie zu dieser Begebenheit bei meiner Mutter und meinen Angehörigen nicht weiter nach, alles Nötige weil zum Handeln Wichtige ist hiermit gesagt. Am verstecktesten Ort, den man sich nur vorstellen kann, ist die Erinnerungstafel in meiner Herkunftsstadt Hechingen für namentlich genannte manche ermordete jüdische Opfer der Nationalsozialisten angebracht. Auf dem abgeschlossen jüdischen Friedhof am abgeschiedenen Galgenberg, und dort auch noch in der stets verschlossenen Friedhofshalle. Heute kann man nicht einmal mehr einen Blick auf manche Namen werfen, indem man durchs Schlüsselloch schaut, denn die Fenster sind total verdreckt. Das verleiht ein gesundes Gespür für Alibihandlungen und Vertuschung. Noch dazu steht auf dieser versteckten Tafel verharmlosend statt ermordet „starben“. Dies kann uns lehren, auf die Wortwahl zu achten. Dennoch gehört Hechingen heute zu den Städten mit der am besten erforschten jüdischen Geschichte im Land [Zwischenruf meiner Mutter: „Genau!“], vor allem dank meinem Vater, dann dank mir, dank anderen, dank meiner Mutter, sowie mit einer reichhaltigen Erinnerungskultur und besseren Denkobjekten an sichtbaren Orten. Das kann uns Auftrieb geben und lehren, dass Alibihandlungen, Vertuschungen und Verlogenheiten nicht das letzte Wort haben dürfen! [starker Applaus] Sie können mächtiger Ansporn sein. Damit Heckschnärrentum nicht ausstirbt, bedarf es Nachkommen, die brauchbar für die Zukunft sind und Manipulationen durchschauen. Sehr dankbar bin ich meinen Kindern G. und E., E. sitzt da hinten neben meinem Neffen B., G. ist gerade in Persien, woher Herr Maschajechi kommt, der hier vorne sitzt. Sie haben mir sehr viel gegeben und tun das weiterhin. Längst sind sie flügge. Ich freue mich, dass sie in Anstand und Würde ihre eigenen, guten Alltagswege gehen, in ureigenen Fußstapfen, wie es sein soll, und dass ihre Wege immer wieder eine schöne Zeitlang mit meinen zusammen verlaufen. Meine Tochter hat Schülerinnen des Max-Planck-Gymnasiums mit ausgebildet, damit diese wiederum eine Info-Tour zu Nürtinger NS-Opfern mit Mitschülern machen können und vor kurzem setzte sie sich für eine Krankenbehandlung für eine Frau ein, der diese ansonsten verwehrt war. Heckschnärren sind zwar oft Sonderlinge, ich bin ja schon ein Sonderling. Aber allein nicht sonderlich wirkungsvoll. Heckschnärren brauchen daher eine gute Freundin. Einer allein kann kein Ei ausbrüten, und so freue ich mich über meine gute Freundin, die immer wieder mit mir etwas ausbrütet und danach oft beim Betreuen hilft und beim Einsatz. Oder das ergänzt, was ich nicht leisten kann. Oder gar manches auffängt. Oder sich in ganz anderen Feldern betätigt, die auch wichtig sind. Oft sieht man allerdings nur die hochaufgerichteten Heckschnärren, die ihre Stimme ertönen lassen, manchmal auch zu lange. Heckschnärren sind weniger wirksam, sterben sogar aus, wenn sie allein sind. So freue ich mich über solide und gute Mitstreiterinnen und Mitstreiter, im guten Sinne, wie sie im Auditorium vertreten sind, viele davon nicht minder hochaufgerichtet Verteidigende, die letztlich höheren Werten folgen als Egoismen, Nationalismen, Standesdünkel und so genannter Volksgemeinschaft. Sie geben Halt in einer sich rasch abkühlenden Zeit, in der wieder vermehrt ausgegrenzt wird, in der finanziell Schwache immer noch als sozial Schwache bezeichnet werden [Applaus], dabei sind oft Reichere sozial schwach, im Gegensatz zu vielen finanziell Schwachen. Sie geben Halt in frostiger werdenden Städten, die sich von Bettlern aus Osteuropa säubern wollen, den Botschafter einer De-Facto-Apartheid und einer elenden Armut aufgrund von Rassismus mitten in der EU. Diese Bettler kommen den Konsumenten lästig vor, auch wenn sie nur dasitzen, werden weithin als Bettelmafia einer ethnischen Minderheit verleumdet, auch wenn dies weitläufig nicht stimmt und lediglich auf nachgeplapperten Klischees beruht. Mitstreiterinnen und Mitstreiter wie sie auch im Auditorium sitzen, wie Michaela hier, geben Halt in einem auskühlenden Vorreiter-Land scheinbarer Realisten, in dem mit eisiger Tinte geschriebene üble Konstrukte wie so genannte sichere Herkunftsstaaten und Beschleunigungsgesetze und schlechtere Verfahren einseitig auf ganz bestimmte und oft genug immer dieselben Teilgruppen innerhalb der Teilgruppe angewandt und beschleunigt werden, die in medialem Trommelfeuer perfide mit dem bösen und unrichtigen Schlagwort Wirtschaftsflüchtlinge diffamiert werden, auch wenn sie in ihren Herkunftsländern hemmungslosem Rassismus und Chancenlosigkeit, lebenslanger struktureller staatlicher Gewalt und oft direkter Gewalt ausgesetzt sind, oft genug lebenslang schlimmer hausen müssen als manche Kriegsflüchtlinge, oft genug die Hütte abgefackelt wird, um sie zu vertreiben. Genaueres hierzu können Sie im aktuellen Februarheft der Straßenzeitung Trott-war nachlesen, in meinem Artikel mit dem Titel „Tödliche Vorurteile“, Unterüberschrift „Diskriminierung von Roma in Europa“, mit dem Kauf des Heftes erfüllen sie dazu eine gute Tat. Ungleichbehandlung ist angesagt und dies unverfroren. Die Tünche ist dünn und hat Frostrisse, denn es wird auseinanderdividiert, vorsortiert, pauschal ausgegrenzt und schlechter behandelt nur aufgrund der Herkunft, egal was dazu im Grundgesetz steht und im Gleichbehandlungsgrundsatz, und oft genug trifft es immer dieselbe Ethnie. Schäbig auch, was viele, zu viele, große und kleine Politiker derzeit parteiübergreifend in die Mikrophone und Notizblöcke absondern, wenn sie die ohnehin rollende Stimmungsmache ins für mich Unerträgliche steigern. Aus niedrigen Motiven. Weil Aschermittwoch ist und vor Allem weil es gegen Minderheiten geht habe ich mich nun ein bisschen ins Derblecken verstiegen bei einigen Sätzen, tue dies nachher bei ein paar Sätzen weiterhin, komme aber dann wieder in die Spur. Laut dem Meinungsforschungsinstitut Emnid würden aktuell von 100 Deutschen 10 bis 13 eine Partei wählen, deren Vorsitzende als Walküren damit punkten wollten, dass gegen Flüchtlinge letztlich - Zitat - „von der Schusswaffe Gebrauch“ gemacht werden solle an der Staatsgrenze, „auch“ gegen „Frauen mit Kindern“. 10 bis 13 von 100 Deutschen!, und dabei sind die Fans und –Nachahmer unseres allerchristlichen Nachbar-Landesvaters des Freistaats Bayern hier gar nicht mitgerechnet, die Seehofer-Sätze gut finden, wie sich - Zitat - „gegen die Zuwanderung in deutsche Sozialsysteme bis zur letzten Patrone wehren“ zu wollen. Das zielt auf dasselbe, assoziiert dasselbe, ist aber vom allerchristlichsten freistaatlichen Maul- und Möchtegernrevolver-Helden ein kleinwenig raffinierter formuliert, und geht somit durch die Firewall bis in die Mitte der Gesellschaft. Die Brandstiftungen an Flüchtlingsunterkünften haben sich laut BKA letztes Jahr auf den fünfzehnfachen Wert vom Vorjahr gesteigert. Hatten Sie von dieser drastischen Steigerung erfahren? Auf das Fünfzehnfache! Denn im Jahr 2014 waren es 6 Brandstiftungen, 2015 waren es 92 Brandstiftungen an Flüchtlingsunterkünften. Ich kann nicht gut rechnen, aber 92 geteilt durch 6 sind ungefähr 15. Umso schäbiger ist es daher, wenn von kleinen und großen Politikern quer durch die Parteienlandschaft gepunktet wird durch Stimmungsmache gegen Flüchtlingsgruppen und andere so genannte Ausländer. Aus niederen Motiven, aus Egoismus. Den politischen Preis zahlen derzeit wie schon seit eineinhalb Jahren bei uns die Balkanflüchtlinge, denn die Sammelabschiebeflüge in unserem Ländle gehen nach Belgrad, Skopje und Pristina. Mitnichten sitzen darin respektlose Verbrecher und integrationsunwillige Unholde, darin sitzen zum Beispiel Menschen, die Deutsch gelernt haben, darin sitzen Menschen, auch wenn sie eine Lehre haben, Kinder, die bei uns glücklich zur Schule gehen, fleißig und dankbar lernen, Menschen, die gemeinnützig arbeiten, viele, die höflich und anständig sind, wie sie auch heute ganz hier vorne sitzen. [Applaus] Sie zahlen die bittere Zeche bis zum Grund, wenn man sich im Fernsehen rühmt, deren Abschiebungen verdoppelt zu haben oder gar dies noch zu wenig findet, indem man Heckschnärrenvergessen Abschiebe-Phantasiezahlen aus dem gelobten Nachbarland Bayern mit Idol Seehofer herbeidichtet. Meist trifft es Roma bei den derzeitigen Abschiebungen. Ein Zufall? Dies war bereits in den 90er-Jahren so, ab 1986, damals zahlten die politische Zeche des Schürens Roma aus Bulgarien und Rumänien, brannten deren Unterkünfte. Kein Zufall! Die Titelseiten der Stuttgarter Lokal- und der landesweiten Südwestpresse sind seit vielen Monaten voll von Stimmungsmache gegen Balkanflüchtlinge, andere Flüchtlinge, Roma, Ausländer und gegen als Gutmenschen Diffamierte. Letzteren wird dann auch noch die Schuld an einer Polarisierung in diesem Land und an Missständen und Problemen zugeschustert. In schlechtem Gegenzug dazu werden sogar die Brandleger an Flüchtlingsunterkünften oft medial nicht als Rechtsterroristen bezeichnet, sondern ihnen bescheinigt, sie kämen nicht von rechts, sondern aus der Mitte der Gesellschaft [Applaus], sofern sie überhaupt ermittelt werden. Jeder von Ihnen, jede von Euch liest das, sieht das, hört das, und weiß das. Niemand kann sagen, er habe dies nicht gewusst. Als ich meine erste Lehrerstelle in Dunningen innehatte, bekam ich im Juli 1982 mit, dass dort Sinti und Roma, die sich in Zimmern ob Rottweil versammelt hatten auf einem der traditionellen Plätze, die nach und nach mit Schildern „Lagern und Campieren“ verboten markiert wurden, an einem Donnerstagmorgen von Rottweiler Polizei / Rottweiler-Polizei umstellt wurden. Mit Maschinenpistolen und scharfen Hunden führte diese eine so genannte Razzia bei der friedlichen Gesellschaft durch, wie zur Hitlerzeit. Auch Überlebende des Porrajmos mussten dies erleben. Auf Leserbriefe und einen Artikel in der lokalen Südwestpresse mit dem treffenden Titel „Maschinenpistolen weckten Erinnerungen“ reagierend diktierte der damalige Rottweiler Polizeichef Heinrich Parusel in die Zeitung, dort sei keine religiöse Mission durchgeführt worden und es habe einen Anlass gegeben. Beides waren glatte Lügen des Chefs der Rottweiler Polizeidirektion. Doch, Halt!, zugegeben, es gab einen Anlass, der Anlass war: Anführungszeichen „Zigeuner“. Doch, falsch, zugegeben, es gab noch einen Anlass, er war eine von einstigen Tätern und Mitläufern, deren ungebrochenen Karrieren und generationsweise nachwirkenden Denkmustern korrumpierte Gesellschaft, ein auch heute tief verankerter und weithin verbreiteter Antiziganismus, der oft federführend ist. Ein SPD-Bundestagsmitglied und gelernter Werkzeugmacher, er hieß Klaus Kirschner, besuchte damals als Heckschnärre die Betroffenen und zeigte sich solidarisch angesichts dieses Skandals, der aber nur von wenigen als Skandal empfunden wurde. Und was geschah? Dennoch kroch erneut das Übel durch die Tünche und brach sich Bahn. Denn nur einen Monat später, am 9. September 1982, überfielen in Bötzingen über 40 Polizeibeamte, wiederum schwerbewaffnet, wiederum mit scharfen Hunden, die selbe Sinti- und Roma-Gruppe, 16 Erwachsene und 26 Kinder und Jugendliche, durchsuchten ohne richterlichen Durchsuchungsbefehl Wohnwagen, fanden nichts, fotografierten die Betroffenen, Nummern über ihren Kopf haltend, wie weiland zu Adolfs und Adolf Scheufeles Zeiten. Doch das erhoffte für sie Verwertbare blieb aus. Dennoch druckten auch hier und auch diesmal die Medien bis hin zur dpa weithin die falsche Rechtfertigung und somit Verleumdung der Polizei, sie sei am Vortag - Zitat - so „massiv bedroht worden, dass sie unverrichteter Dinge abzog“. Der Bötzinger Bürgermeister hielt heckschnärrenartig zu den Sinti und Roma und widerlegte die Darstellung der Polizei und der Medien wahrheitsgemäß. Er kannte die böse Wahrheit, denn er war bei der gemeinten Polizeipräsenz am Vortag zufällig zugegen gewesen. Doch das anständige Offenlegen der Lüge fand nur im Lokalteil Einlass, während die Verleumdungen und Diskriminierungen die Mantelteile landesweit, ja bundesweit gefüllt hatten. dpa! Dies hat sich zigfach wiederholt, dies geschieht auch heute, gepaart mit Unvermögen oder Unlust, solche Manipulationen und Vorgänge zu durchschauen, und solches macht mich sehr wütend. Denn populistische Halbwahrheiten und Lügen, böse, weil auf Kosten bestimmter Minderheiten, füllen auch heute, für jeden offen sichtlich, landesweit die Titelseiten, was von wenigen als schäbig erkannt oder klargestellt wird, und diese wenigen gelangen selten auf die Titelseiten. Wie damals. Vor kurzem haben wir hier in Nürtingen erlebt, wie Putins Staatsmedium „Pervij kanal“ mit einer widerlegten Lügengeschichte über ein angeblich von mehreren Asylsuchenden vergewaltigtes dreizehnjähriges deutschrussisches Mädchen unsere russischsprachige Community im Rossdorf im Einklang mit der NPD aufputscht gegen Fremde, gegen Asylsuchende, an Nazismen und Xenophobie anknüpft, Schröders „lupenreiner Demokrat“ Putin, dessen putinkritische Journalisten tot oder mundtot gemacht sind, und im Gegenzug wirkt solche Lügenhetze bis in die Trabantensiedlung Rossdorf. Und was passiert? Natürlich muss Seehofer Putin danach seine Aufwartung machen in Moskau. Bolko, heute anwesend und eigens aus Hamburg angereist, schrieb Monika und mir zu Weihnachten, es brauche – ich zitiere - „Wächter der Erinnerung“, „damit wir nicht geschichtsvergessen in immer neue Katastrophen stolpern.“ - Wie wahr! Als ich im Erzieherausschuss der Stuttgarter Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit tätig war, mit dem tat- und wortkräftigen Peter Reinhardt, der unter Ihnen sitzt, unter Federführung und tatkräftigem, mutigem, stets ausgewogenem Engagement von Rachel Dror, [starker Applaus] die uns heute die Ehre gibt, dass sie dabei ist, damals in den 90er-Jahren erlebten wir, dass kleine Kommunal- und Landespolitiker sich aufs Foto neben jüdische Repräsentanten drängten und sie herumführten, als wären sie der Papst, während sie Sinti wie Hildegard Lagrenne gegenüber gegenteilig verfuhren. Ja nicht aufs Foto… Beide Minderheiten hatten jedoch die Katastrophe und das Verschlingen hinter sich. Wie sehr wurde angesichts solcher Ungleichgewichtung dann daraus gelernt? Was mochten da die Motive sein? Zweifel sind angesichts solcher Beobachtungen angebracht. Ernst Tugendhat, der sich als assimilierter Jude bezeichnet, musste 1938 flüchten aus seiner mährischen und nun mörderischen Heimatstadt Brno – auf Österreichisch Brünn oder im Dialekt „Brinn“ - denn dort ‚suchte‘ zu jener Zeit ‚das Reich Heim‘. Er fragte sich öffentlich dazu in den 70er-Jahren in Deutschland, Zitat, „wie das Leben für mich hier aussähe, wenn die Vorurteile gegenüber den Juden nach Auschwitz ebenso ungebrochen fortlebten.“ Für Sinti und Roma konstatierte er: „Für diese ist der Alptraum nicht vorbei.“ Sie werden, so Ernst Tugendhat, Zitat, „noch heute als Untermenschen zwar nicht offen bezeichnet, aber empfunden und behandelt“. „Wer nur auf die Möglichkeit einer latenten Diskriminierung einer besonderen Minderheit starrt“ so Ernst Tugendhat, der „macht sich für die offene Diskriminierung anderer Minderheiten dort, wo sie heute wirklich stattfindet, blind!“ Zitat Ende. Rachel Dror, deren Eltern in Auschwitz-Birkenau ermordet wurden, obwohl sie den Papst als Flüchtlinge in Rom um Hilfe gebeten hatten – das hat sie mir erzählt, und Peter Reinhardt haben sich nicht blind gemacht und stets mit Zivilcourage auch gegen die Diskriminierung anderer Gruppen eingesetzt. Auf einen Leserbrief hat Rachel Dror ein anonymes Schreiben bekommen, man wünsche ihr „zwölf stinkende Zigeuner in ihre Luxuswohnung“, das einzige, was sie darauf gesagt hat war: „Wenn die wüssten, was ich für eine Wohnung habe, von wegen Luxuswohnung!“. Das weiß ich noch. Genau das braucht es: Sich nicht blind machen für die offenen Diskriminierungen anderen gegenüber, überall wo sie heute wirklich stattfinden! Und nicht stumm machen! Sondern hinsehen, erkennen und tätig werden! Weil Menschen zu allem fähig sind. Noch Stunden könnte ich Beispiele erzählen, die andere wieder ergänzen können. – Kristina, ich bin gleich fertig. - Doch die Genannten mögen genügen, um die Notwendigkeit aufzuzeigen, dass die klugen Wachteln, derer es mehr gibt als Heckschnärren-Ähnliche, sich nicht bedeckt halten sollten, sondern aufrecht die Werte verteidigen, die ihnen wichtig sind, die für uns alle wichtig sind! Bei aller verständlichen Politikverdrossenheit, Frau Erler hat sie vorhin erwähnt, bei allem berechtigten Anprangern, was alles derzeit offen rechtswidrig in Grund und Boden geschleift wird, wie zum Beispiel das Stasiübertroffene flächendeckende und vasallenhafte Missachten des gesetzlichen Schutzes all unserer Telekommunikations- und anderer Daten, gilt es, sich jeden Tag im Alltag einzusetzen für demokratisches Verhalten, das man zum Beispiel wie mein Freund Klaus Köhler hier als Lehrer praktisch vorlebt und nicht nur ‚vorschwätzt‘ den Schülern, beim Abstimmverhalten in Konferenzen. Es gilt, der Erosion Einhalt zu gebieten, unsere bewährten Grundpfeiler an Menschen-, Bürger- und Grundrechten zu erhalten, den Gleichbehandlungsgrundsatz einzuhalten und einzufordern und den Pressecodex, dies gilt bei dem Erhalt humanitärer Grundsätze, beim Schutz und Einsatz für den Schwächeren. Und – beim Starkmachen der Schwächeren! Da ist jede und jeder gefragt, jeden Tag, vor Ort. Zum Glück gibt es solche Heckschnärren-Ähnliche, sie sitzen unter Ihnen, wie die Gabi und die Petra hier, die Julia, die Waltraud, ach, noch mehr könnte ich nennen. Aber es könnten ruhig mehr sein. Denn klug ist nicht genug, „was nicht zur Tat wird, hat keinen Wert“. Denn – wie Peter Härtling mir einmal als Widmung schrieb - „Die Erinnerung braucht uns, und die Zukunft auch!“ (c) Manuel Werner, 10. Februar 2016 veröffentlicht auf www.esPRESSo-Blog.eu Veranstaltung: http://www.spd-nürtingen.de/event/ei-der-heckschnaerre-fuer-manuel-werner/

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Jüdisches Museum Hohenems - Lange Nacht des jüdischen Buches http://www.jm-hohenems.at/veranstaltungen/lange-nacht-des-juedischen-buches Sa, 05. Mrz 2016, 17:00-23:30 Uhr Lange Nacht des jüdischen Buches Feiern Sie mit uns die Eröffnung der neuen Bibliothek! Ab 17.00 Uhr in der Bibliothek des Jüdischen Museums, Marktstr. 7 (gegenüber vom Museum): Bibliothekseröffnung Gemeinsam begehen wir am 5. März 2016 die Neueröffnung der Museumsbibliothek mit einem Nachmittag und Abend der „offenen Türen“ und feiern gleichzeitig die Essaysammlung Quelle lebender Bücher* des Verlages edition clandestin: Liebeserklärungen an jüdische Bücher und unsere Schwesterbibliothek in der Nachbarschaft, die Büchersammlung der Israelitischen Cultusgemeinde in Zürich. Mit Lesungen zahlreicher Autorinnen und Autoren dieses Bandes laden wir gemeinsam mit dem Verein für Jüdische Kultur und Wissenschaft im Anschluss an die Eröffnung zur „Langen Nacht des Jüdischen Buches“ ein. Am Buffet und im Café des Jüdischen Museums ist derweil Zeit und Möglichkeit für einen gemütlichen Austausch. Ab 19.00 Uhr im Jüdischen Museum: Lange Nacht des Jüdischen BuchesBegrüßung: – Hanno Loewy und Anika Reichwald – Judith Luks (edition clandestin) – Eva Grabherr: Kein Museum ohne Bibliothek – Zur Gründung der Studienbibliothek im Jüdischen Museum Hohenems – Michael Guggenheimer und Charles Lewinsky: Die Bibliothek der ICZ und der Verein für Jüdische Kultur und Wissenschaft, Zürich Lesungen und Gespräche mit: Rabbiner Hermann I. Schmelzer, Charles Lewinsky, Ron Epstein, Andreas Kilcher, Michael Guggenheimer, Eva Koralnik, Bettina Spoerri, Ashraf Noor, Karen Roth-Krauthammer, Erik Petry, Katarina Holländer, Rene Loeb, Pavel Schmidt, Heinz Egger und Judith Stofer. Eine Buchvorstellung in Kooperation mit dem Verein für Jüdische Kultur und Wissenschaft, Zürich, und dem Verlag edition clandestin.

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Israel - Künstler unterstützen NGO im Kampf gegen Verleumdung

http://www.deutschlandfunk.de/israel-kuenstler-unterstuetzen-ngo-im-kampf-gegen.691.de.html?dram:article_id=345511

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Kein Fußball den Faschisten: St. Pauli in Sondertrikots

http://www.kicker.de/news/fussball/2bundesliga/startseite/644909/artikel_kein-fussball-den-faschisten_st-pauli-in-sondertrikots.html

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Democracy in Europe Movement 2025: Ernste Lage, nächster Versuch

https://www.woz.ch/1606/democracy-in-europe-movement-2025/ernste-lage-nachster-versuch

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Ägäis: Jetzt soll es die NATO richten? :: Pro Asyl

http://www.proasyl.de/de/news/detail/news/aegaeis_jetzt_soll_es_die_nato_richten/

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http://www.allianz-fuer-weltoffenheit.de/ Aufruf „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ Allianz für Weltoffenheit, Solidarität, Demokratie und Rechtsstaat - gegen Intoleranz, Menschenfeindlichkeit und Gewalt Deutschland ist ein demokratisches und weltoffenes Land, eingebettet in die Europäische Union als Werte- und Wirtschaftsgemeinschaft, den universellen Menschenrechten verpflichtet. In Deutschland leben seit Jahrzehnten Menschen unterschiedlicher Herkunft, Kultur und Religion zusammen. Der im Grundgesetz verankerte Schutz der Menschenwürde gilt für alle Menschen, gleich ob sie seit Generationen hier leben, zugewandert oder als Flüchtlinge nach Deutschland gekommen sind. Wer in seiner Heimat aufgrund von Krieg und Verfolgung um Leib und Leben fürchten muss, hat Anspruch auf Schutz in Europa. Wir treten dafür ein, dass Deutschland auch weiterhin seine humanitären Verpflichtungen erfüllt. Zugleich steht außer Frage, dass wir unbedingt eine gemeinsame europäische Lösung brauchen, um Fluchtursachen wirksam zu bekämpfen und den Anliegen der vielen schutzsuchenden Menschen gerecht zu werden. Kein Mitgliedstaat der Europäischen Union darf sich der gemeinsamen Verantwortung entziehen. Die Aufnahme und Integration der vielen Flüchtlinge sind verbunden mit großen gesellschaftlichen, ökonomischen und sozialen Herausforderungen. Tausende von Bürgerinnen und Bürgern sowie die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Behörden, Polizei, Hilfs- und Wohlfahrtsorganisationen leisten Beeindruckendes. Dieses Engagement steht für gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die ungebrochene Hilfsbereitschaft zeugt davon, dass Solidarität und Mitmenschlichkeit zu den prägenden Werten unserer Gesellschaft gehören. Deutschland braucht erheblich mehr Investitionen in seine Zukunftsfähigkeit. Dies zeichnet sich bereits seit Langem ab, wird angesichts der hohen Flüchtlingszahlen aber immer dringlicher. Wir benötigen Investitionen in Bildung, Ausbildung und Beschäftigung, ausreichenden bezahlbaren Wohnraum, eine funktionierende öffentliche Infrastruktur sowie Sicherheit vor Gewalt. Menschen, die von Armut, Arbeitslosigkeit oder fehlender sozialer Absicherung betroffen sind, dürfen bei der Lösung der gegenwärtigen Herausforderungen nicht vernachlässigt werden. Alle müssen die gleiche Chance bekommen, am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Die menschenwürdige Aufnahme von Flüchtlingen, ihre Integration und die Verhinderung von sozialer, kultureller und gesellschaftlicher Spaltung sind eine Gemeinschaftsaufgabe. Bund, Länder und Kommunen, Wirtschaft und Gewerkschaften, Kirchen und Religionsgemeinschaften, Organisationen der Wohlfahrtspflege sowie die gesamte Zivilgesellschaft müssen auch weiterhin Verantwortung tragen. Wir sind überzeugt, dass wir die großen Herausforderungen, vor denen wir stehen, gemeinsam bewältigen können. Ein friedliches Miteinander und die Integration in die deutsche Gesellschaft gelingen nur dann, wenn die Werte des Grundgesetzes und unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens von allen akzeptiert werden. Dies bedeutet etwa, dass das Recht auf freie Ausübung der Religion ohne Unterschied anerkannt werden muss. Es bedeutet aber auch, dass niemand die eigene kulturelle oder religiöse Prägung als Deckmantel missbrauchen darf, um die Grundrechte der Glaubens- und Gewissensfreiheit, der körperlichen Unversehrtheit und der Gleichberechtigung von Mann und Frau in Frage zu stellen oder Minderheiten zu diskriminieren. Dort, wo das Gewaltmonopol des Staates missachtet oder Straftaten begangen werden, müssen die Täter strafrechtlich verfolgt werden. Straftäter mit ausländischer Staatsangehörigkeit müssen gegebenenfalls mit der Beendigung ihres Aufenthalts in Deutschland rechnen. Viele Flüchtlinge werden für lange Zeit oder dauerhaft bei uns bleiben. Jeder Einzelne von ihnen muss als Mensch mit seinem Schicksal und seinen oft leidvollen Erfahrungen wahrgenommen werden. Ein nachhaltiger Integrationserfolg setzt ausreichende Möglichkeiten gesellschaftlicher Teilhabe sowie die Bereitschaft zur Integration voraus. Deutsch zu lernen ist dabei genauso wichtig wie ein möglichst früher Zugang zu Integrationsmaßnahmen, Bildung, Kultur, Arbeit und Sport. Die Eingliederung in den Arbeitsmarkt ist eine wesentliche Voraussetzung für eine nachhaltige Integration von Flüchtlingen. Dafür sind möglichst betriebsnahe Maßnahmen, die den Einstieg in eine qualifizierte Berufsausbildung und deren erfolgreichen Abschluss ermöglichen, genauso wichtig wie Qualifizierungsmaßnahmen zur Aufnahme einer Beschäftigung. Die Maßnahmen und Programme müssen zu einer Gesamtstrategie für die Schaffung ökonomischer und gesellschaftlicher Teilhabechancen zusammengeführt werden. Wir wollen Demokratie und Rechtsstaat stärken. Wir stehen für Solidarität und Weltoffenheit. Wir sind davon überzeugt: Jeder, der in unserem Land Schutz sucht, muss Anspruch haben auf ein faires und rechtsstaatliches Verfahren. Auch denjenigen, die wegen wirtschaftlicher Not und Elend nach Deutschland kommen und als Ergebnis eines rechtsstaatlichen Verfahrens keine Bleibeperspektive haben und deshalb in ihre Heimat zurückkehren müssen, ist mit Empathie und Respekt zu begegnen. Mit großer Sorge erfüllt uns die Tatsache, dass rechtspopulistische und rechtsextreme Gruppierungen das Thema Flucht und Migration derzeit dazu nutzen, Feindseligkeit zu schüren und unsere freiheitlich-demokratische Ordnung in Frage zu stellen. Jeder Form von Hass, Rassismus, Beleidigung oder Gewalt treten wir mit Entschiedenheit entgegen. Wir rufen dazu auf, die Flüchtlings- und Einwanderungsdebatte sachlich und lösungsorientiert zu führen statt öffentlich Ressentiments zu schüren oder parteitaktische Interessen zu verfolgen, menschenfeindlichen Äußerungen und Handlungen, gleich woher sie kommen und gegen welche Gruppe sie sich richten, entgegenzutreten, rechtsextreme, menschenverachtende Angriffe auf Geflüchtete und ihre Unterkünfte, auf Polizistinnen und Polizisten, auf Vertreterinnen und Vertreter der Presse sowie Helferinnen und Helfer strafrechtlich konsequent zu verfolgen. Wir treten ein für die Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts, einen Dialog über kulturelle, religiöse und soziale Unterschiede und die Schaffung von Räumen der Begegnung, eine solidarische und nachhaltige Politik, die allen in Deutschland lebenden Menschen gerechte Teilhabechancen eröffnet, ein verbessertes Bildungsangebot als Schlüssel für eine erfolgreiche gesellschaftliche Integration, eine Flüchtlingspolitik, die im Einklang mit unseren humanitären und menschenrechtlichen Verpflichtungen steht und faire Asylverfahren garantiert, den Schutz der Grundrechte, zu denen die Glaubens- und Gewissensfreiheit und das Recht auf körperliche Unversehrtheit ebenso zählen wie die Gleichberechtigung von Mann und Frau und das Diskriminierungsverbot, den Schutz aller Menschen vor Gewalt, Menschenfeindlichkeit und Fremdenhass, eine ausreichende finanzielle Vorsorge, damit die bestehenden und durch die Aufnahme von Flüchtlingen zusätzlichen Aufgaben von Bund, Ländern und Kommunen im Sinne einer nachhaltigen Integration erfüllt werden können, die Durchsetzung des staatlichen Gewaltmonopols bei der Bekämpfung von Kriminalität und ein friedliches Miteinander ohne Gewalt, ein Europa, das die Menschenwürde schützt und Perspektiven für ein friedliches Zusammenleben schafft. Gerade in Krisenzeiten dürfen wir die rechtsstaatlichen, sozialen und humanitären Errungenschaften unserer Gesellschaft nicht aufgeben. Die Würde des Menschen zu schützen, ist unser Ziel. Deshalb engagieren wir uns mit vereinten Kräften für Weltoffenheit, Solidarität, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit in Deutschland und Europa.

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Das macht im Winter Vorfreude auf den Herbst Bereits zum siebten Mal inszeniert der Walserherbst mitten im Großen Walsertal (Vorarlberg) überraschende Begegnungen mit zeitgenössischem Kunst- und Kulturschaffen. Von 19. August bis 11. September 2016 lockt das biennale Kulturfestival unter der Leitung von Dietmar Nigsch mit Musik, Literatur, Performance, europäischem und internationalem Autorenkino sowie mit Brauchtum, Volkskultur und kulinarischen Facetten in die alpine Landschaft des Biosphärenparks. Unter dem Motto „weitSicht“ zollt der Walserherbst 2016 einer alten Weisheit Tribut: Wer neue Einsichten gewinnen will, muss trachten, bisweilen über den Dingen zu stehen, den Blick schweifen und sich von Unbekanntem inspirieren zu lassen. Das gilt nicht nur im übertragenen Sinne. Das „steilste Festival mitten in den Bergen“ zieht es 2016 nämlich weit über die Baumgrenze hinaus. Sieben Alpen (Vorarlbergisch für „Almen“) aus sieben Dörfern des Tals erschließt der Walserherbst als erwanderbare temporäre Kulturräume, wo MusikerInnen, KünstlerInnen und die Alpleute für bereichernde Gastfreundschaft sorgen. So lässt sich beispielsweise die mächtige „Rote Wand“, der „Kailash des Großen Walsertals“, kulturvergnügt umwandern. „weitSicht“ und „weitGehör“ versprechen auch die Walserherbst-Stammgäste des Künstlerkollektivs AO&, die in den Viehunterständen der Spitzegga (der zur Alpe Klesenza gehörenden Hochalpe) neun Tage und neun Nächte zu einem für alle offenen Musik-Happening laden. Unterdessen werken im Tal die TeilnehmerInnen der Radix.Musik.Werkstatt in der Propstei St. Gerold theoretisch und praktisch an der zeitgemäßen Radikalisierung (= Verwurzelung) einer Volksmusik jenseits der Brauchtumspflege. Hier auf dieser Seite immer auch aktuelle Infos: http://www.walserherbst.at/ esPRESSo wird den Walserherbst begleiten und Exkursionen in die Bergwelt anbieten. Auch Baden&Poesie-Termine im Sommer sollen auf ein Feuerwerk im Hebst vorbereiten.

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